Ursachen von Haarverlust
(Hinweis: Die folgende Animation 'Was verursacht Haarausfall?' ist nicht barrierefrei.)
Wie viele Haare zu verlieren ist normal?
Im Durchschnitt hat der Erwachsene 100.000 einzelne Haare auf dem Kopf. Ein Haarausfall von 40 bis 100 Haaren täglich gilt als normal. Das liegt daran, dass jeder einzelne Haarfollikel einem Zyklus folgt, der Haarzyklus genannt wird. Er besteht aus drei Phasen, in deren Verlauf im Follikel alte für neue Haare Platz machen.
Haarverlust – warum nur?!
Bei übermäßigem Haarverlust verlieren Sie mehr Haare als durch neue ersetzt werden. In diesem Fall sehen Sie wahrscheinlich auf Ihrem Kopf mehr Haut, als Sie früher gewöhnt waren. Oder Sie bemerken, dass mehr Haare als normal im Abfluss hängen bleiben.
Es gibt viele Gründe für Haarverlust – eine Erkrankung innerer Organe, Medikamente, schlechte Ernährung, eine schädigende Haarpflege oder großer Stress wie er bei Ängsten, nach Operationen oder bei langwierigen Erkrankungen auftreten kann.
Häufigste Ursache: der erblich bedingte Haarverlust
Viele Faktoren können zu Haarverlust führen, die häufigste Ursache ist jedoch anlagebedingt und wird Haarverlust vom männlichen Typ oder - im Fachjargon - auch androgenetische Alopezie genannt. Die Haarfollikel sind bei dieser Erbanlage so programmiert, dass es im Verlauf dieser Erkrankung zu einer Rückbildung der haarbildenden Zellen kommt. Die Haarfollikel schrumpfen bei jedem Haarzyklus, bilden irgendwann nur noch dünne, wenig pigmentierte Flaumhaare, bis schließlich gar kein Haar mehr gebildet wird.
Diffuser Haarverlust
Hier fällt das Haar nicht umschrieben im Bereich der Geheimratsecken oder im hinteren Scheitelbereich aus, sondern gleichmäßig an allen Bereichen des Kopfes in ähnlichem Ausmaß.
Das Haar wird insgesamt dünner und schütterer; diese Form des Haarverlusts ist meist reversibel.
Die Ursachen sind vielfältig:
- durch Stoffwechselstörungen, zum Beispiel im Rahmen einer Überfunktion der Schilddrüse
- durch Mangelerscheinungen, zum Beispiel bei Eisenmangel
- bei schweren Erkrankungen und Entzündungen
- durch manche Medikamente wie zum Beispiel gerinnungshemmende Medikamente oder Krebsmittel
- durch eine vorangegangene Strahlenbehandlung
- sehr selten durch Vergiftungen mit Thallium, Arsen, Quecksilber
- durch psychischen Stress
Kreisrunder Haarverlust- Alopecia areata
Wie ausgestanzt erscheinen bei dieser Erkrankung plötzlich kleinere oder größere haarlose Stellen auf dem Kopf.
Die Ursachen des kreisrunden Haarverlusts sind meist unbekannt. Vermutet wird eine Autoimmunerkrankung. Dies bedeutet, dass sich das Immunsystem des Körpers gegen die Haarfollikel richtet, diese als "fremd" betrachtet und bekämpft - bis die Haare schließlich ausfallen. Bei etwa 20 % der Patienten mit kreisrundem Haarverlust kommt die Erkrankung in der Familie vor.
Der kreisrunde Haarverlust kann auch in der Bartgegend auftreten. Er heilt meist innerhalb von Monaten ab. Schreitet die Erkrankung fort, kann eine vollständige Glatze entstehen oder sogar das gesamte Körperhaar verloren gehen.
Vernarbender Haarverlust
Einen Sonderfall stellt der Haarverlust infolge von Vernarbungen dar. Hierbei werden Haarfollikel unwiederbringlich geschädigt oder zerstört. Daher ist in diesem Fall - mit Ausnahme allenfalls der Haartransplantation - keine Behandlung möglich, mit der sich der Haarwuchs wieder herstellen lässt.
Ursachen der Narbenbildung können sein
- angeborene oder erbliche Störungen,
- Entzündungen zum Beispiel als Folge einer Infektion mit Pilzen oder Syphilis,
- Tumore im Bereich der Kopfhaut,
- physikalische oder chemische Schädigungen, zum Beispiel durch Verätzung oder Verbrennung,
- verschiedene Hauterkrankungen, wie zum Beispiel der so genannte Lupus erythematodes.



