Der Haarzyklus
Das Haar wächst normalerweise in einem Zyklus, der drei Phasen umfasst: Die Anagen-, Katagen- und Telogenphase. Jedes einzelne Haar durchläuft diese Phasen, wobei jede Phase einem anderen Aktivitätszustand entspricht. Lesen Sie weiter, um zu verstehen, was die Phasen eigentlich bedeuten.

Phase 1 – die Anagen- oder Wachstumsphase
Die Anagenphase ist die Wachstumsphase. Sie dauert im Durchschnitt etwa 1.000 Tage, kann aber auch bis zu sechs Jahre dauern! In der Anagenphase vermehren sich die Haarzellen schnell. Durch Teilung der Matrixzellen entsteht ein Haar. Es ist fest mit der Haarwurzel verbunden. Der Durchmesser des Haarschafts nimmt zu und das Haar erreicht seine größte Länge. Rund 85 % der Haare befinden sich in der Wachstumsphase.
Phase 2 – die Katagen- oder Übergangsphase
Die Katagenphase dauert nur ein bis zwei Wochen. Es ist die Übergangsphase, in der das Haar sein Wachstum einstellt, bevor die Ruhephase beginnt. Das Wachstum des Haares hört auf, es löst sich von der Papille und wandert im Follikel nach oben. Rund 0,5-1 % der Haare befinden sich in der Übergangsphase.
Phase 3 – die Telogen- oder Ruhephase
Die Telogenphase ist die abschließende Ruhephase, die etwa fünf bis sechs Wochen andauert. Das Haar ist nicht mehr aktiv, es wird durch ein neues Haar verdrängt. Gegen Ende der Telogenphase beginnt die Aktivität im Haarfollikel von neuem. Ein Haar der Anagenphase entwickelt sich und schiebt das alte Telogenhaar nach außen - es fällt aus. Rund 15 % der Haare befinden sich in der Ruhephase.
(Hinweis: Die folgende Animation 'Haarwachstum - ein zyklischer Prozess' ist nicht barrierefrei.)
Zu jedem Zeitpunkt befinden sich etwa 90 Prozent der Haarfollikel in der Anagen- oder Wachstumsphase und etwa 10 Prozent in der Telogen- oder Ruhephase.
Bei der häufigsten Form der männlichen Glatzenbildung, die üblicherweise als erblich bedingter Haarverlust bezeichnet wird, verursachen Erbanlage und Hormone eine Verkleinerung oder "Schrumpfung" der Haarfollikel. Dies führt zu einer kürzeren Anagenphase und einer besonders langen Telogenphase, sodass die Haare kürzer und dünner werden. Die Haare sind dann für das bloße Auge bald kaum noch zu sehen, bis die Follikel irgendwann die Bildung von Haaren ganz einstellen.



